Bernds Blog

An dieser Stelle werde ich über meine Wanderung auf dem "Camino del Norte" berichten.


 


20. Mai 2019, 21:43

Tag 18: Santander - Barreda - Caborredondo

Heut Vormittag hab ich nochmal das Frühstück und die nette Gesellschaft im Bcool Hostel in Santander genossen, bevor ich mich auf den Weg zum Bahnhof gemacht habe. Ich wollte mir nähmlich den Weg durch die tristen Vorstadtsiedlungen und Industriegebiete Santanders ersparen. Also Fahrkarte gekauft und auf den richtigen Zug gewartet. In diesen dann eingestiegen und losgefahren. Beim Blick aus dem Fenster, war ich froh um meine Entscheidung. Dann kam auch schon Barreda in Sicht, nur machte der Zug keinerlei Anstalten, dort auch einen Halt einzulegen! Erst in Torrelavega hielt er endlich an. Was solls, ich hab ja Zeit...bin ich an der Bahnstrecke entlang, die paar Kilometer zurückgelaufen.
In Barreda hab ich dann auch den Camino wiedergefunden. Anfangs ging es vorbei an einer Chemieanlage der Firma Solvay und nach ein paar weiteren Kilometern endlich wieder Landschaft! Nach dem vielen Regen der letzten Tage, zeigte sich diese auch in sattem Grün. Der Weg verlief zwar die meiste Zeit an der Landstraße entlang, aber das schöne Wetter machte es erträglich.
Am späteren Nachmittag bin ich dann in Caborredondo angekommen und in einer sehr kleinen Herberge untergekommen.
Gemeinsam mit dem Herbergsvater, zwei Spaniern und drei Polinen haben wir zu Abend gegessen. Anschließend hab ich noch beim Abwasch geholfen und nun kehrt hier langsam Ruhe ein.
Erkenntnis des Tages: Sonne streichelt die Seele!

Bernd E.

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20. Mai 2019, 00:12

Tag 17: Ruhetag in Santander

Nachdem es gestern unaufhörlich geschüttet hat und auch die Vorhersage für heute keine wesentliche Besserung in Aussicht gestellt hat, habe ich heut Nacht, mittels Smartphone meinen Aufenthalt um einen Tag verlängert.
Bereits gestern Nachmittag hab ich den ersten Teil meiner Kleidung in einem Waschsalon gewaschen und getrocknet. Der Erfolg ist schon ein deutlich anderer als unter kaltem Wasser im Handwaschbecken.
Ich übernachte hier zwar im Zwölfbettzimmer, aber mit dem Luxus einer kleinen "Schlafkabine" mit Vorhang. Im Inneren eine eigene Lampe, Schuko-Steckdose und USB-Ladegerät. Welch ein Luxus!
Des weiteren hat dieses Hostel einen schönen Gemeinschaftsbereich, mit Küche, Sofa, und so allerlei anderen netten Dingen. Nicht zu vergessen, supernettes Personal!
Mein Frühstück hab ich heut mit einem armenischen Pilger und einem serbischen Weltenbummler eingenommen. Sehr interessant, was manche Menschen schon alles so erlebt haben.
Den freien, und verregneten Tag habe ich dann genutzt, um auch den Rest meiner Kleidung zu waschen. Jetzt ist alles wieder frisch, wie am ersten Tag!
Am späteren Nachmittag hörte es dann doch noch auf zu regnen und sogar die Sonne zeigte sich. Ideale Bedingungen sich die Innenstadt von Santander anzuschauen.
Den Abend habe ich mit Gaby aus Südtirol verbracht. Erst haben wir einen(zwei) leckere(n) Cocktail(s) getrunken und danach ein wirklich phantastisches Abendessen genießen dürfen.
Erkenntnis des Tages: Camino ist mehr als wandern!

Bernd E.

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18. Mai 2019, 17:52

Tag 16: Güemes - Somo - Santander

Gestern war ich ja in Güemes, in der legendären Herberge von Padre Ernesto untergekommen. Eine tolle Erfahrung! Vor dem gemeinsamen Abendessen begrüßte uns der Padre persönlich und danach erzählte sein Sohn von der Geschichte der Herberge und vom Lebenswerk des Padre Ernesto. Viel geleistet hat dieser Mann, auf vielen Kontinenten dieser Erde. Nach dem leckeren Essen konnten wir uns noch in einer kleinen Kapelle auf dem Anwesen, ein Wandbild über den Sinn des Pilgerns, mitsamt Erklärung, anschauen.
An diesem Abend übernachteten übrigens 59 Pilger aus 18 Nationen in der Herberge!
Die ganze Nacht hat der Regen nicht aufgehört und auch heut früh war keine Besserung in Sicht. Also, Regenponcho wieder drüber, und los. Zu Anfang wieder auf der Landstraße, später dann ganz abenteuerlich an der Steilküste entlang.
Durch den unaufhörlichen Regen verwandelte der Weg sich schnell in einen Bach und stellenweise war er ganz weg. Einfach umgepflügt! Die Bauern haben bestimmt nicht daran gedacht, das es sich bei dem Weg um ein UNESCO Weltkulturerbe handelt!
Gegen Mittag kam ich dann zum Playa de Somo, einem kilometerlangen, wunderschönem, Sandstrand. Leider peitschte einem der Regen so ins Gesicht, das man es garnicht so recht genießen konnte.
Von Somo musste man dann mit der Fähre nach Santander übersetzen und am Anleger versammelte sich nach und nach die ganze Pilgerschaar. Es war alles andere als ein Vergnügen, triefnass, eine Stunde auf das Boot zu warten.
Mit Gesprächen über heisse Duschen, Sonnenbrand und allerlei Blödsinn, versuchten wir uns die Zeit zu vertreiben.
Zum Glück befand sich meine heutige Schlafstätte, ein kleines Hostel, unweit des Fähranlegers, sodass der heissen Dusche nichts mehr im Weg stand.
Erkenntnis des Tages: Es ist nicht der Weg alleine, sondern die Menschen die auf im gehen!

Bernd E.

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17. Mai 2019, 18:48

Tag 15: Noja - Güemes

Da es gestern Abend keine Möglichkeit gab, etwas zu essen zu bekommen, bot der Herbergsvater in Noja an, ein Abendessen für uns zu kochen. Wer mitessen wolle, soll einfach um acht in die Bar kommen.
Dort sassen wir dann mit 15 Pilgern an einer langen Tafel. Es gab Nudel als Vorspeise, Hühnchen mit Pommes und zum Nachtisch Pudding. Dazu Wasser und Rotwein. Und das alles für zehn Euro! Ein sehr lustiger Abend.
Das Wetter hat sich leider nicht wieder beruhigt, es regnete die ganze Nacht und hat auch heute nicht aufgehört. Dazu reichlich Wind mit satten Sturmböen, das es einem den Poncho nur so um die Ohren haute. Der Weg war heut passend zum Wetter ebenfalls kein Highlight, es ging den ganzen Tag auf der Landstraße entlang.
Heut Abend bin ich laut Reiseführer in der aussergewöhnlichsten Herberge, die der Küstenweg angeblich zu bieten hat!
Die Räumlichkeiten sind alle ganz nett und im Aufenthaltsraum brennt sogar ein offener Kamin. Um acht soll es auch ein gemeinsames Abendessen geben. Habe schon viele bekannte Gesichter gesehen und schon nette Gespräche geführt. Bin mal gespannt, wer heut Abend noch alles so auftaucht.
Erkenntnis des Tages: Ein Weg kann nicht immer nur schön sein!

Bernd E.

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16. Mai 2019, 19:17

Tag 14: Liendo - Noja

Der Tag begann mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Unweit der Herberge hatte bereits früh schon eine Bar geöffnet und ich konnte in aller Seelenruhe mein Frühstück genießen. In der Bar war so eine angenehme Atmosphäre, es saßen bereits ein halbes Dutzend Dorfbewohner dort, das ich noch einen zweiten Kaffee bestellt und natürlich auch getrunken habe. Auf dem Weg durch das wunderschöne Dorf, setzte sich die ruhige Atmosphäre weiter fort. Ganz tolle Häuser, schöne Gärten, selbst aus den Mauern wuchsen die Blumen. Am Ende der Ortschaft zeigte der Camino sein altbekanntes Gesicht, es ging steil bergauf. Oben angekommen, stand man direkt an der Steilküste. Der Weg führte zum Teil direkt, an der senkrecht abfallenden, Felswand entlang. Sehr atemberaubend, aber es war auch Vorsicht geboten. Irgendwann ging es natürlich auch all die hochgekraxelten Meter wieder nach unten.
Später ging es dann über mehrere Kilometer, die Strandpromenade von Laredo entlang. Nicht gelogen, mindestens Hundert Wohnblocks, zum Teil mit zehn und mehr Geschossen, aber alles menschenleer! Eine ganze Stadt, nur für den Sommer!
Am Ende musste man dann mit einem kleinen Boot über die Bucht nach Santoña übersetzten.
Dann ging es wieder eine ganze Weile an der Strasse entlang, bis der Weg zur Anhöhe von El Brusco abzweigte. Ein schmaler, halsbrecherischer Trampelpfad, der stellenweise so steil war, das ich auf allen Vieren, hochklettern musste. Aber oben angekommen, eröffnete sich ein Blick auf einen Sandstrand, wie man ihn hier nicht vermuten würde. Ein absoluter Traum! Ganz alleine ging ich, bestimmt eine ganze Stunde, entlang der Wasserlinie Richtung Noja.
Am Nachmittag hatte mal wieder das Wetter umgeschlagen, es war stark bewölkt und sehr windig. Da es auch ziemlich nach Regen ausschaute, beschloss ich kurzerhand in Noja den Tag zu beenden.
Auch Noja ist eine reine Sommerstadt. Das einzigste Gebäude, bei dem die Rolladen geöffnet sind, ist die Jugendherberge. Sonst ist hier alles zu!
Aber wie das auf dem Camino so ist, man trifft viele bekannte Gesichter. Als ich gerade zurück in mein Zimmer kam, lag die gleiche Spanierin im Bett über mir, wie in der vergangenen Nacht!
Erkenntnis des Tages: Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie, was man kriegt! (frei nach Forrest Gump)

Bernd E.

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15. Mai 2019, 19:37

Tag 13: Von Castro Urdiales nach Liendo-Hazas

Die Nacht war O.K. und das Nasenspray tut seine Arbeit!
Da ich bereits gegen acht los wollte und es im Hotel erst nach neun Uhr Frühstück gab, musste ich auf das Angebot leider verzichten. Den ersten Kaffee gab es dann erst gegen elf.
Am Vormittag verlief der Camino viel parallel zur Autobahn oder direkt auf der Landstraße. Nur zwischendurch mal ein kleines, aber sehr schönes Stück an der Küste entlang. Erst am frühen Nachmittag entfernte sich endlich der Weg von all dem Trubel.
Natürlich wieder mit den gewohnten Steigungs- und Gefällstrecken. Aber bis auf ein Pilgerpaar aus Schweden, die ich bestimmt sechs oder sieben mal getroffen habe, hatte ich den Camino mit samt der atemberaubenden Landschaft für mich alleine.
Zum Teil kam ich an Anwesen vorbei, wo man sich nicht vorstellen kann, das Menschen dort wohnen. Oder man müsste besser, von darin hausen, sprechen. Und keine hundert Meter weiter, residiert Reich & Schön!
Kurz vor meinem heutigen Ziel, dem kleinen Örtchen Liendo, tauchte auch die Küstenautobahn, mit all ihrem Krach, wieder auf. Das ist der hohe Preis der Mobilität!
Leider musste ich den ganzen Tag meine Beine unter langen Hosenbeinen verstecken, da die Farbe meiner Unterschenkel und Füsse doch sehr einer Coladose ähneln.
Die heutige Nacht werde ich wieder in einer öffentlichen Herberge verbringen. Diesmal aber ein richtiges "Vorzeigestück"! Vierzehn Schlafplätze, verteilt auf zwei Räume im Obergeschoss. Überwiegend neue Betten und alles ziemlich sauber. Im Erdgeschoss ein schöner Aufenthaltsraum, wo ich grade sitze, mit Einbauküche, Kühlschrank, Mikrowelle und allem was man sonst noch so braucht. Im hinteren Bereich ziemlich neue Toiletten, Wasch- und Duschräume. So könnte es immer sein!
Es ist einfach schön, gemeinsam hier zu sitzen, zu essen und sich zu unterhalten. Wie eine große Familie!
Erkenntnis des Tages: Der Weg hat nicht nur schöne Seiten.

Bernd E.

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14. Mai 2019, 21:35

Tag 12: Ruhetag in Castro Urdiales

Ich dachte erst, mit dem Schreiben mach ich heut genauso Pause, wie mit dem Wandern, aber das ein oder andere gibt es doch zu berichten.
Gleich nach dem Aufstehen hab ich erstmal den hoteleigenen Pool im Keller getestet. Danach hat mir die Reinemachefrau versucht ein Frühstück zu zaubern. Zum Glück gibt's Handys und den Google-Übersetzer! Danach ging ich auf die Suche nach einem Sportgeschäft, musste ich doch Ersatz für die Ersatzsocken besorgen. Auch hierbei konnte ich auf die Unterstützung von Google setzen. Wie haben wir nur früher unser Leben gemeistert, ohne Google? Im dritten und letzten Laden wurde ich fündig. "Spezial Hiking Socks, very good, very Spezial" so offerierte der Verkäufer, mir sein einziges Paar Wandersocken. Da viel mir die Entscheidung nicht besonders schwer.
Danach hab ich noch ein bisschen Sightseeing gemacht und einen leckeren Salatteller zum Mittag verspeist. Also den Salat hab ich gegessen, den Teller nicht!
Und was macht man dann noch so, an einem Ruhetag?
Nix! Auch wenn es mir irgendwie schwer viel.
Also an den Strand, Iso-Matte ausgerollt und schön Nicht's tun!
Nicht vergessen...Sonnenschutz auftragen. Zwischdrin bin ich immer mal wieder durch's Wasser gestiefelt. Aber ohne Stiefel. Heut war ja Birkis-Tag!
Am späten Nachmittag hab ich mir dann noch einen Kaffee gegönnt, etwas zum Abendessen eingekauft und natürlich Nasenspray besorgt. Dann ganz gemütlich zum Hotel spaziert.
Fazit des Tages: Unter einem Fuss hab ich eine fette Blase und auf beiden einen schönen Sonnenbrand!


13. Mai 2019, 19:33

Tag 11: Pobeña - Castro Urdiales

Die Nacht verlief besser als gedacht und gegen sieben verließ ich bereits die Herberge. Der Brummschädel war ziemlich weg, nur die Nase noch zu.
Man könnte mittlerweile echt Wetten darauf abschließen, wie lang der nächste Anstieg auf sich warten lässt. Heut früh, nicht lang! Treppen...bis nach Meppen, hab ich mir gedacht. Aber die Mühe hat sich gelohnt, denn nach wenigen Metern befand ich mich direkt an der Küste. Die Sonne versteckte sich erst noch hinter einem Berg, so das ich ihren kompletten Aufgang erleben durfte. Dazu das Geräusch der Brandung...einfach nur schön!
Die folgenden Kilometer bin ich eher geschlendert als gewandert. Ich wollte mich nicht zu schnell von diesem schönen Ort entfernen.
Später wurde die Musik des Meeres noch durch das Läuten der unzähligen Kuhglocken vervollständigt, die sich auf extrem steilen Wiesen ihr Frühstück schmecken ließen.
Leider haben die spanischen Ingenieure auch diesen wundervollen Küstenstreifen für die Trasse ihrer Autobahn entdeckt und damit zum Teil auch ruiniert.
Im Laufe des Vormittages bin ich an einigen Ruinen vorbeigekommen, wo mir so einige Fragen in den Sinn kamen: wer hat wohl wann und zu welchem Zweck dieses Gebäude erbaut? Waren die Erbauer stolz auf ihr Werk? Waren die Bewohner glücklich? Wann und warum haben sie das Anwesen aufgegeben und verlassen? Welche Schicksale stecken wohl dahinter? Gedanken, auf die man nicht kommen würde, würde man mit dem Auto vorbei fahren.
Später kam ich noch durch einen ehemaligen Eisenbahntunnel und kurz danach stand ich am Ortseingang vom Castro Urdiales.
Damit habe ich nun auch das Baskenland verlassen und befinde mich jetzt in Kantabrien.
Mein erster Weg brachte mich zum Strand, wo ich meine Füsse, zum ersten mal auf dieser Reise, ins Meer steckte.
Bereits gestern Abend habe ich mir hier ein Hotel gebucht und werde nun auch meinen ersten Ruhetag einlegen. Bisschen Kraft tanken und die Erkältung, hoffentlich, auskurieren. Heut, am späten Nachmittag, konnte ich hier bereits eine Massage genießen.
Erkenntnis des Tages: mein zweites Paar Socken ist weg!

Bernd E.

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12. Mai 2019, 18:26

Tag 10: Bilbao - Portugalete - Pobeña

Die letzte Nacht hab ich zum ersten mal richtig schlecht geschlafen! Hab mich wohl gestern Vormittag mit meinem nassgeschwitzten Shirt und dem eiskalten Wind etwas erkältet. Na ja, muss ich wohl durch, gibt schlimmeres.
Da ich heut früh, ziemlich zeitig auf den Beinen war, musste ich in der Großstadt erstmal was zum frühstücken suchen, das schon auf hatte. Zum Glück war ein paar Blocks weiter eine Bäckerei die bereits geöffnet hatte.
Zurück im Hostel waren meine Zimmergenossen immer noch am schlafen und ich musste mich leise verkrümelt.
Die Stimmung, so früh in der Stadt, war schon besonders. Überall wurden die Strassen und Plätze mit Wasser sauber gespritz und blitz blank gefegt. Ausser Hundebesitzern, Joggern und dem besagten Reinigungspersonal war niemand auf der Strasse.
Der Weg führte immer am Fluss entlang und die städtische Bebauung wurde durch Industrie abgelöst. Das sollte auch für eine ganze Weile so bleiben. Aber dafür nicht die Spur einer Steigung. Ich hatte schon überlegt, an einem der mehrgeschossigen Häusern zu klingel und zu fragen, ob ich etwas die Treppen hinauf und hinunter laufen kann!
An einer Strassenkreuzung traf ich Annika, die gerade in Bilbao ihren Camino gestartet hatte und nach dem richtigen Weg suchte.
Wie das hier so ist, sind wir einige Zeit gemeinsam gegangen und das machte den landschaftlich nicht so aufregenden Weg, doch sehr kurzweilig. Da wir auf der rechten Flussseite unterwegs waren, hatten wir in Portugalete das Vergnügen mit einer Seilfähre über den Fluss zu fahren.
Auf der anderen Seite angekommen, wünschten wir uns einen guten Weg und trennten uns wieder, da ich hier in der Herberge bleiben wollte. Nach einem kleinen Mittagessen machte ich mich wieder auf den Weg und treffe Jonne! Schon einige Male haben wir in der selben Herberge übernachtet und sind auch schon so einige Kilometer gemeinsam gewandert.
Er wollte die nächste Etappe überspringen, da der Weg zum Teil entlang der Autobahn und an einer großen Raffinerie vorbei führt.
Da Portugalete von Sonntags-Touristen total überlaufen war, musste mich Jonne nicht überzeugen und ruck Zuck, saßen wir im Bus.
Und wer steigt wohl an der nächste Haltestelle ein? Annika!
Nun sitzen wir alle in der, wie ich finde, einfachsten Herberge in Pobeña. Ob da noch weniger geht? Wir werden sehen!
Da meine Kräfte langsam etwas aufgebraucht sind, hab ich mir für morgen Abend ein Hotelzimmer für zwei Nächte gebucht. Aber das sind noch gut 22 Kilometer bis dorthin. Mal schauen, wie sich das mit der Schnupfennase und dem Brummschädel so entwickelt.
Erkenntnis des Tages: Der Körper setzt einem die Grenzen, nicht der Geist!

Bernd E.

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11. Mai 2019, 18:44

Tag 9: Zamudio - Bilbao

Die Nacht über hat es wieder kräftig geregnet. Davon mitbekommen habe ich aber nichts, ganz im Gegenteil, hab tief und fest geschlafen.
Heut früh musste ich nur mit Hilfe des Föns meine gewaschenen Klamotten trocknen. Das Frühstück war, wie zu erwarten, toll. Frisch gepresster Orangensaft, Toast, Kuchen, Früchte, alles was man möchte. Kurz nachdem ich das Anwesen verlassen hatte, na was denkt ihr? Es ging, natürlich wieder steil bergauf! Und schwarze Wolken zogen auf und kündigten Regen an. Vorsichtshalber schonmal den Poncho über den Rucksack gezogen, damit es im Falle eines Schauers schnell geht. Aber, ich habe ihn nicht gebraucht, alles vorbei gezogen. Als ich gegen Mittag in Bilbao angekommen bin, hab ich mir erstmal einen Kaffee gegönnt. Und weil es so schön gemütlich war, noch einen Zweiten.
Und dann passierte, was einem nur hier passiert: plötzlich stand Andrea vor mir. Wir hatten in Deba, nebeneinander geschlafen und uns vor dem Einschlafen noch lange unterhalten. Und kurz danach kam Andreas um die Ecke. Ihn hatte ich bereits in San Sebastian getroffen und dachte eigentlich, das er vor mir sein müsste.
Wir sind dann gemeinsam durch Bilbao gewandert und haben uns entschlossen gemeinsam zu Essen. Es war ein total schöner Nachmittag, wie mit "alten Freunden"!
Da die beiden aber heut noch bis zur Küste weitergehen mochten, haben wir uns wieder getrennt. Ich bin noch etwas durch die Stadt, bis zu meinem "Premium Hostel" gegangen. Acht Betten mit eigenem Badezimmer, das ist hier Premium-Klasse. Das Hostel liegt in der Nachbarschaft des Guggenheim-Museums, welches ich dann natürlich besucht hab. Bisschen Kultur kann ja nicht schaden.
Nur so, mit der modernen Kunst, tue ich mich etwas schwer. Aber interessant war es alle mal und alleine das Gebäude für sich ist atemberaubend. Zum Glück hab ich ja meine Birkis eingepackt, da hatten auch meine Füsse ihren Spaß!
Morgen wollte ich erst einen Ruhetag einlegen, habe mich aber erstmal dagegen entschieden. Spätestens morgen Abend sollte ich das Meer wiedersehen. Seit Deba verläuft der "Küstenweg" nähmlich durchs Hinterland. Vielleicht wäre eine Pause am Meer schöner.
Wie alles hier, werde ich das ganz spontan entscheiden.
Erkenntnis des Tages: Alles hat seinen Sinn!

Bernd E.

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